Hotel Sizilien
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Sizilien |
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VOR- UND FRÜHGESCHICHTE Sizilien wurde erst relativ spät besiedelt, die ältesten Funde stammen etwa aus der Zeit des späten Neandertalers um etwa 35000 v. Chr. Gegen 1000 v. Chr. ist Sizilien vor allem von drei Völkern besiedelt: im Osten von den Sikulern, die vermutlich vom Festland Italiens aus eingewandert sind und von denen sich der Name der Insel herleitet, im Südwesten von den Sikanern, die vermutlich nordafrikanischen oder iberischen Ursprungs waren, und im Nordwesten von den Elymern, die vermutlich aus Kleinasien stammten. GRIECHEN UND KARTHAGER AUF SIZILIEN Ab 735 v. Chr. wurden diese Völker zunehmend durch Phöniker, Karthager und Griechen von der Küste ins Landesinnere verdrängt. Letztere gründeten dort 735 v. Chr die erste Siedlung, Naxos. Weitere bedeutende, griechische Zentren waren Akragas, das heutige Agrigento, und Gela. Im Tal der Tempel in der Nähe von Agrigento sind zahlreiche griechische Bauwerke aus der Antike erhalten geblieben. 536 v. Chr. betraten die Karthager zum ersten mal die Insel. Karthago ist eine 814 v. Chr. von den Phöniziern gegründete Stadt, die im heutigen Tunesien lag. Die Karthager erbauten im Westen Siziliens die Städte Panormus (welches das heutige Palermo ist) Solois und Motya. Zwischen den Karthagern und den Griechen kam es zu zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen, um die Vorherrschaft auf der Insel. SIZILIEN ALS RÖMISCHE PROVINZ Ab 241 v. Chr.: Sizilien wird während des Ersten Punischen Krieges zur römischen Provinz. Der Erste Punische Krieg war der erste der drei großen Kriege zwischen Karthago und dem Römischen Reich. Nur das griechische Territorium im Osten der Insel wird nicht von Rom eingenommen, dieses wird erst 212 v. Chr. nach dem Ersten Makedonisch-Römischen Krieg zwischen Rom und Makedonien mit der Einnahme des griechisch beherrschten Syrakus römisch. Sizilien ist die erste römische Provinz und wird zum wichtigsten Kornlieferanten des römischen Reiches. Die beiden Sklavenkriege (136-132 v. Chr. und 104-101 v. Chr.) gehören zu den wichtigsten Geschichtsereignissen in Sizilien während der Herrschaft der Römer. Um sich von der Knechtschaft zu befreien, erhoben sich die Sklaven gegen ihre Herren und in beiden Kriegen erlangten sie die Kontrolle über die Insel. Schließlich gewann jedoch Rom das Territorium zurück und nach dem ersten Sklavenaufstand wurden 2000 Sklaven gekreuzigt. VANDALEN UND GOTEN AUF SIZILIEN Ab 440: In der Zeit der Völkerwanderung ziehen germanische Völker durch ganz Europa. Eines dieser Volker sind die Vandalen, welche unter König Geiserich von Südspanien aus nach Nordafrika vordringen und die dortigen römischen Provinzen erobern. Auch Sizilien wird eingenommen. Später wurde die Insel an den Führer der Ostgoten, Theoderich, übergeben. DIE EROBERUNG SIZILIENS DURCH BYZANZ Ab 535: Eroberung der Insel durch Byzanz. Das Byzantinische Reich ist der östliche Teil des römischen Reiches, auch Ostrom genannt. Dieser verblieb nach dem durch die Völkerwanderung ausgelösten Falls des westlichen Teils weiterhin erhalten. Unter der byzantinischen Herrschaft wurde Sizilien zu einem zentralen Handelsplatz, auf dem besonders die Küstenstädte florierten. ARABISCHE VORHERRSCHAFT AUF SIZILIEN Ab 827: Schon in der Mitte des 8. Jh. leidet Sizilien wiederholt unter Plünderungen der Araber. Eine militärische Schwächeperiode von Byzanz in den Jahren von 821-823 begünstigt dann eine allgemeine arabische Eroberungswelle, welche auch Sizilien erfasst. Nach der dortigen Landung 827 fällt der westliche Teil rasch in arabische Hände. Den Byzantinern verblieb im äußersten Nordosten Siziliens das Festungsdreieck Taormina-Rometta-Demanna. Alle Versuche, Sizilien zurückzuerobern scheiterten. Nach und nach fielen auch die letzten byzantinischen Festungen in die Hände der Araber. Als autonome Provinz wurde das arabische Sizilien von Palermo aus regiert und erlebt eine Zeit hoher kultureller Blüte. Vom arabischen Spanien bis Ägypten kommen die Händler, um auf Sizilien ihre Waren zu verkaufen, die Rolle des zentralen Umschlagplatzes ist für die Insel sehr profitabel. Die muslimische Herrschaft dauert an bis zur normannischen Eroberung im späten 11. Jahrhundert. Im Jahre 1091 fällt mit der Stadt Noto der letzte muslimische Stützpunkt auf Sizilien. DIE NORMANNEN UND DAS KÖNIGREICH SIZILIEN Um das Jahr 1000 kamen Pilger aus Nord Frankreich auf der Heimreise von Jerusalem in die Normandie durch Süditalien. Dort halfen Sie der Bevölkerung sich gegen die Sarazenen zu wehren und erhielten das Angebot sich dort niederzulassen. Später erhielten Sie als Belohnung für Ihre Dienste eine Grafschaft und immer mehr Franzosen aus der Normandie kamen nach Süditalien. Sie eroberten Sizilien, welches unter muslimischer Herrschaft stand und vereinigen es unter Roger II. mit Unteritalien zu dem Königreich beider Sizilien (Sizilien und das Königreich Neapel). Es folgt eine Reihe normannischer Könige, die mit König Wilhelm II. endet. Er war der letzte der normannischen Könige auf Sizilien und er verstarb ohne leiblichen Erben. Damit endete die normannische Dynastie und es begann die Dynastie der Staufer. DIE DYNASTIE DER STAUFER Ab 1194: Da Willhelm II. keinen leiblichen Erben besaß, hatte vor seinem Tod Vorkehrungen zur Sicherung der Nachfolge getroffen. Er hatte Konstanze, Tochter König Rogers II. mit Heinrich VI., dem Sohn und Erben Friedrich Barbarossas aus dem Geschlecht der Staufer verheiratet. Die Familie der Staufer war ein mächtiges Kaisergeschlecht, dass aus Schwaben stammte und im 12/13. Jh. in Europa herrschte. Barbarossa war Römischer Kaiser, König der Deutschen und König von Italien, sowie König von Burgund, Herzog von Schwaben und Herzog von Franken. Diese Regelung der sizilianischen Thronfolge erregte das Missfallen des Papstes, welcher den Kaiser aus Süditalien fernhalten wollte, um selbst Ansprüche geltend zu machen. Und auch ein Teil des sizilianischen Adels bekämpfte diese Vorgehensweise. Es kam zu einem Krieg um Sizilien, der von Kaiser Heinrich VI. gewonnen wurde. Nach dem Tod Heinrichs VI. und Konstanzes, seiner Frau, war ihr gemeinsamer Sohn Friedrich II. noch minderjährig und Papst Innozenz III. übernahm die Regentschaft Siziliens, worauf es zu einer Zeit der Anarchie kam. Diese endete nachdem Friedrich II. die Herrschaft übernahm und unter seiner Regierung spielte Sizilien eine wichtige Rolle in der Politik der 1. Hälfte es 13 Jh.. Friedrich II. stirbt im Jahre 1250 und hinterläßt seinem Sohn Konrad das Königreich. Die Herrschaft der Staufer auf Sizilien fand ihr Ende als der Papst mit dem Grafen der Provence, Karl I. von Anjou ein Abkommen schließt. In dem darauf folgenden Krieg im Jahre 1266 nimmt Graf Anjou das Königreich Sizilien in Besitz. DIE HERRSCHAFT VON ANJOU UND ARAGON Ab 1266: Mit Unterstützung des Papstes übernimmt Karl I., Graf von Anjou und Bruder des französischen Königs Ludwig IX., die Kontrolle über das Königreich beider Sizilien. Ab 1282: Im Jahre 1282 kommt es zur Revolte: Die Bürger Palermos erheben sich gegen die Unterdrückerherrschaft. Der Aufstand geht unter dem Namen Sizilianische Vesper in die Geschichte ein. Durch diese Revolte wird das Dynastengeschlecht Anjou aus Sizilien vertrieben, ihm verbleibt jedoch das Königreich Neapel. Peter III., König von Aragon, der durch eine Heirat mit dem Hause Hohenstaufen verwandt war und an dessen Hof der sizilianische Adel, nach der Machtübernahme durch den Graf von Anjou, Zuflucht gesucht hatte, wird zum König von Sizilien gekrönt. Die begonnene Herrschaft Aragons setzt sich, nach einigen Auseinandersetzungen mit Anjou, auf Dauer durch. Im Jahre 1504 ernennt sich der König von Sizilien auch zum König von Neapel, Spanien übt darauf für Jahrhunderte die Oberherrschaft über Sizilien aus. Es kommt in den Jahre 1647 und 1674 zu Antispanischen Erhebungen. (1647 in Palermo und 1674 in Messina). 1713 wird Sizilien wieder von Neapel getrennt und gerät aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges an Savoyen, welches nach nur sieben Jahren das Gebiet im Tausch gegen Sardinien an Österreich abtritt. 1735 geht nach einem Eroberungsfeldzug Sizilien erneut an Spanien zurück. Die Existenz des Königreichs Sizilien endet als der italienische Freischarenführer Giuseppe Garibaldi mit dem Zug Der Tausend (Spedizione dei Mille) auf Sizilien landet und es erobert. Sizilien wird darauf Bestandteil des neu errichteten Königreiches Italien. VEREINIGUNG MIT ITALIEN Ab 1861: Nach der Einnahme Siziliens durch den italienischen Freischarenführer Garibaldi wurde das Königreich Sizilien mit dem neuen Königreich Italien vereinigt. Allerdings hatte die Regierung im Norden nur wenig Verständnis für den Süden. Durch den Versuch die Macht im Norden zu zentralisieren und aufgrund hoher Steuerlasten für den Süden, kam es immer wieder zu Spannungen, welche 1866 zu einem Aufstand in Palermo führten. Der aufstand wurde niedergeschlagen. Die Beziehungen zwischen Nord und Süd waren von tiefem Misstrauen geprägt. 1915 tritt Italien in den Ersten Weltkrieg ein, wo es im sogenannten Dreibund an der Seite von Deutschland und Österreich-Ungarn steht. ITALIEN UNTER MUSSOLINI Ab 1922: Mussolini übernimmt die Macht in Italien und führt ein faschistisches Regime an. Im Zweiten Weltkrieg kämpft Italien zusammen mit dem nationalsozialistischen Deutschland gegen die Alliierten. Durch die Einnahme Siziliens (Operation Husky) in nur 38 Tagen durch die Amerikaner, kommt es zum Sturz Mussolinis und der Kapitulation der italienischen Regierung. NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG Ab 1946: Sizilien wird zu einer autonomen Region Italiens mit umfassenden Selbstverwaltungsrechten. Da die Arbeitsplätze knapp sind, findet eine starke Abwanderung nach Norditalien statt. 1982: Die Ermordung des Präfekten von Palermo, C. A. Dalla Chiesa, offenbart die Schwäche der Regierung gegenüber der Mafia, welche die ganze Insel mit Terror gegen die Staatsgewalt überzieht. 1986: Mammutprozess gegen das Verbrechersyndikat Cosa Nostra in Palermo. 1992 und folgende Jahre: Die Mafia setzt ihre Attentate auf Politiker, Richter und andere Träger der Staatsgewalt fort.
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